Die Automatisierung von Geschäftsprozessen kann auf unterschiedliche Weise erfolgen. Sowohl RPA (Robotic Process Automation) als auch klassische Automatisierungslösungen verfolgen das Ziel, wiederkehrende Prozesse effizienter und fehlerfreier zu gestalten. Dennoch gibt es fundamentale Unterschiede in ihrer Funktionsweise und Anwendung.
Gemeinsamkeiten
- Beide Methoden dienen der Automatisierung von Prozessen, um manuelle Arbeit zu reduzieren und betriebliche Ziele wie Kosteneinsparungen, Effizienzsteigerung oder eine höhere Mitarbeiterzufriedenheit zu erreichen.
- Sie basieren auf vordefinierten Regeln und Algorithmen, die bestimmte Abläufe eigenständig ausführen.
- Die Automatisierung kann auf verschiedenen Kanälen und Systemen erfolgen, je nach Anforderungen und technologischer Infrastruktur.
Unterschiede
1. Technologie & Implementierung
- Klassische Automatisierung erfolgt meist über direkte API-Anbindungen oder durch Skripte, die im Backend arbeiten. Diese Form der Automatisierung setzt eine tiefe Integration in bestehende Systeme voraus.
- RPA hingegen imitiert menschliche Interaktionen mit einer Softwareoberfläche und funktioniert daher ohne direkte API-Integration. Dies macht RPA besonders flexibel, da es mit bestehenden Anwendungen interagieren kann, ohne deren Code oder Architektur zu verändern.
2. Anwendungsbereiche
- Klassische Automatisierung wird oft in Bereichen eingesetzt, in denen Prozesse bereits klar strukturiert und standardisiert sind, z. B. Datenverarbeitung über APIs oder ERP-Systeme.
- RPA eignet sich besonders für die Automatisierung von Frontend-Prozessen, wie das Befüllen von Formularen, die Verarbeitung von Dokumenten oder die Interaktion mit webbasierten Anwendungen.
3. Flexibilität & Anpassungsfähigkeit
- Klassische Automatisierung ist meist statisch und erfordert Anpassungen im Code, wenn sich Anforderungen ändern.
- RPA ist flexibler, da es auf Oberflächenebene arbeitet und sich leichter an geänderte Benutzeroberflächen anpassen kann.
4. Implementierungsaufwand
- Klassische Automatisierung benötigt oft eine tiefere Integration und Entwicklungsarbeit, wodurch die Implementierung zeitaufwendiger ist.
- RPA kann schneller implementiert werden, da keine direkte Systemintegration erforderlich ist.
5. Wartung & Skalierbarkeit
- Klassische Automatisierung erfordert regelmäßige Updates und ist bei größeren Systemänderungen oft komplexer in der Wartung.
- RPA-Bots müssen ebenfalls überwacht und aktualisiert werden, insbesondere wenn sich die Benutzeroberflächen der zugrunde liegenden Software ändern.
Fazit
Während klassische Automatisierung tief in die IT-Systeme eingreift und sich für strukturierte Backend-Prozesse eignet, ist RPA eine flexible Lösung, die menschliche Interaktionen mit Software nachahmt. Unternehmen können je nach Bedarf eine Kombination aus beiden Methoden nutzen, um eine maßgeschneiderte Automatisierungsstrategie zu entwickeln.


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